Thema: Vortrag Frauenhaus Nordschwaben – „Alles, was geschieht, geht dich an.“
Liebe Frauen und Freundinnen der Frauenunion Wemding,
unser gemeinsamer Abend mit Ursula Kneißl-Eder und Maja Pauer vom Frauenhaus
Nordschwaben – Hilfe bei Gewalt an Frauen und Kindern e. V. hat uns tief bewegt und
gleichzeitig wachgerüttelt. Die beiden Referentinnen gewährten uns einen offenen,
ehrlichen und eindrücklichen Einblick in ihre Arbeit – eine Arbeit, die jeden Tag Leben rettet
und dennoch auf viel zu fragilen Strukturen ruht.
1. Fakten, die man nicht ignorieren kann
Seit Bestehen des Frauenhauses wurden von 1994 bis 2024 insgesamt 1.021 Frauen und
1.037 Kinder aufgenommen und in Sicherheit gebracht.
Pro Jahr müssen jedoch rund 100 Frauen abgewiesen werden – einfach, weil kein Platz
mehr ist.
In ganz Deutschland fehlen 14.600 Frauenhausplätze, und erschreckend viele junge
Männer (bis 35 Jahre) halten Gewalt in Partnerschaften für „akzeptabel“, wenn „mal die
Hand ausrutscht“.
Diese Normalisierung von Gewalt ist ein gesellschaftlicher Alarmzustand.
2. Die finanzielle Realität
Das Frauenhaus Nordschwaben musste 2024 10 % der laufenden Kosten selbst tragen – bei
Gesamtausgaben von 330.000 € ein enormer Anteil.
100 % aller Anschaffungen (Möbel, Waschmaschinen, Trockner, Computer etc.) müssen
vollständig aus Eigenmitteln bezahlt werden.
Allein 33.000 € mussten 2024
zusätzlich für laufende Kosten aufgebracht werden.
Trotz staatlicher Zuschüsse fehlen jedes Jahr rund 30.000 € – eine Lücke, die nur durch
Spenden, Engagement und ehrenamtliche Arbeit geschlossen werden kann.
Deutschlandweit stemmen nur 400 Frauenhäuser diese Aufgabe.
Gerade einmal zwölf Frauen leisten 24/7-Telefonbereitschaft für hilfesuchende Frauen für
die Landkreise Dillingen und Donau-Ries.
3. Die größte Hürde: fehlender Wohnraum
Viele Frauen können das Frauenhaus nicht verlassen, obwohl sie stabil genug wären – denn
es gibt keine bezahlbaren Wohnungen.
Ohne neue Unterkunft riskieren sie, wieder in die Gewaltbeziehung zurückzugehen.
Hier braucht es Netzwerke, Kontakte, Vermieterinnen und Vermieter, Gemeinden und
Menschen, die Türen öffnen.
4. Unser Abend: Engagement und Zeichen der Solidarität
Ein besonderer Moment war die spontane Geste von
Stadtrat und Unternehmer Uwe Dunzinger:
Er spendete 500 € und übernimmt künftig die Reinigungsmittel, die das Frauenhaus
dringend benötigt.
Seine Worte berührten uns alle:
„Ich schäme mich für meine Geschlechtsgenossen.“
Auch in der anschließenden Hutsammlung kamen spontan 190 € zusammen.
Unsere Vorsitzende Sandra Eireiner betonte die Wichtigkeit eines starken Netzwerkes.
Unterstützt wurde der Abend u. a. durch:
• Bürgermeisterin Petra Riedelsheimer (Tagmersheim)
• FU-Vorsitzende Nördlingen Barbara Walter-Heider
• Frauenreferentin & Stadträtin Diana Waimann
• KDFB-Vorsitzende aus Fünfstetten Carmen Dums
• CSU-Ortsvorsitzende Wolferstadt Steffi Estner
• CSU-Ortsvorsitzender u. 3. Bgm. Gottfried Hänsel
KONTAKT
SCHIEßSTATTWEG 2, 86650 WEMDING | TEL.: 0175 8564987 | [email protected]Frauen und Männer aus Kommunalpolitik, Ehrenamt und Gesellschaft, die Verantwortung
tragen – und Haltung zeigen.
5. Fazit des Abends
✔ Es braucht mehr Sichtbarkeit für das Frauenhaus.
✔ Das Frauenhaus benötigt dringend Ehrenamtliche.
✔ Die Vorstandsstruktur ist überaltert – junge Frauen werden gebraucht.
✔ Das Wohnungsproblem hält viele Frauen im System der Gewalt fest.
✔ Gewalt ist kein Randthema – sie passiert mitten unter uns.
„Alles, was geschieht, geht dich an.“
Dieser Satz stand über unserem Abend – und er verpflichtet.
6. Vormerkung – unser nächster Termin
Wir laden herzlich ein zu unserem adventlichen Nachmittag:
🌟 Frauen.Wege.Vorbilder
Sonntag, 14. Dezember 2025
16.00 – 18.00 Uhr
Bäckerei Weißgerber in Wemding
Ein Nachmittag mit
• Unternehmerin Uschi Weißgerber,
• Opernsängerin Anna Unflath,
• einer weihnachtlichen Lesung von Waltraud Rembold-Zech,
• sowie Kaffee, Gebäck & inspirierenden Frauen.
Wir freuen uns auf ein schönes, gemeinsames Beisammensein.
7. Wer sich
engagieren oder helfen möchte – Kontaktdaten des Frauenhauses
📍 Standort Frauenhaus Nördlingen
T: 09081 8050 636
F: 09081 8054 505
E-Mail: [email protected]
📍 Büro des Vereins
Bürgermeister-Grimminger-Straße 84
89420 Höchstädt
T: 09074 922 109
E-Mail: [email protected]
Tel. Fr. Pauer: +49 171 4975691
Ursula Kneißl-Eder Tel.: 0175 9640185
🌐 Webseite
www.frauenhausnordschwaben.de
Spenden & Mitgliedschaft – Projekt Frauenhaus
Spendenkonto:
Raiffeisen–Volksbank Nördlingen eG
IBAN: DE82 7206 9329 0000 1190 75
BIC: GENODEF1NOE
Beitrittserklärung (SEPA-Lastschrift):
https://www.frauenhausnordschwaben.de/wp-content/uploads/2024/01/
Beitrittserklaerung-SEPA_2024-01.pdf
9. Unterstützung
unserer Frauen Union
Auch unsere Arbeit lebt von Unterstützung und Mitgliedern, die mitanpacken:
Spendenkonto Frauen Union CSU – Ortsverband Wemding
IBAN: DE48 7206 9329 0004 0154 01
BIC: GENODEF1NOE
Hinweis:
Spenden an Parteien werden zu 50 % über die Einkommensteuer rückerstattet.
10. Besonderer Dank
Unser herzlicher Dank gilt Frau Christa Karmann, die uns mit einer sehr großzügigen
Spende bedacht hat.
Diese Unterstützung stärkt unsere Arbeit, hilft uns im Wahlkampf und macht solche Abende
überhaupt möglich – denn sie sind stets mit organisatorischem und finanziellem Aufwand
verbunden.
Wer uns ebenfalls unterstützen möchte, ist dazu herzlich eingeladen.
„Runder Tisch“ mit den Hebammen Donau-Ries
Frauen-Union CSU Wemding setzt sich mit Landratskandidatin Claudia Marb ein
Bei einem kürzlich abgehaltenen „Runden Tisch“ kamen Hebammen aus dem Landkreis, Mitglieder der örtlichen Frauenunion CSU Wemding und Umgebung und die stellvertretende Landrätin und Landratskandidatin Claudia Marb zu einem offenen Austausch zusammen. Anlass war insbesondere die Diskussion um den neuen Hebammenhilfevertrag, der bundesweit zum 1. November 2025 in Kraft trat, sowie die Frage, wie die Geburtshilfe und Hebammenversorgung im Landkreis Donau-Ries nachhaltig gesichert und ob sogar verbessert werden kann.
Der neue Hebammenhilfevertrag regelt die Vergütung und Abrechnung von Hebammen in allen Bereichen, egal ob freiberuflich oder als Beleghebamme in der Klinik.
Sandra Eireiner begrüßte stellvertretend für die Frauen-Union CSU Wemding alle Damen und dankte für das rege Interesse.
In der Runde berichteten im Anschluss sowohl Beleghebammen aus Kliniken als auch freiberufliche Hebammen von massiven Herausforderungen: Die neue Regelung führe zu erheblichem bürokratischem Aufwand und Abrechnungsproblemen.
Viele kritisieren, dass durch den Vertrag ihre Arbeitsbedingungen verschlechtert wurden. Der neue Hebammenhilfevertrag führt zu einer abgestuften, teilweise deutlich reduzierten Vergütung, die weder den tatsächlichen Aufwand noch die Verantwortung der Hebammen abbildet. Hebammen müssen jetzt viel mehr dokumentieren und die Abrechnung ist komplizierter geworden.
Viele Leistungen lassen sich nur noch mit großem Aufwand oder teilweise gar nicht mehr abrechnen. Beleghebammen in Kliniken können viele Situationen nicht mehr korrekt abrechnen, z. B.: wenn mehrere Frauen gleichzeitig betreut werden müssen, wenn die Geburt länger dauert oder wenn unvorhergesehene Situationen eintreten.
Die Kritik: Der neue Vertrag schwäche die Geburtshilfe, statt sie zu stärken.
Als zweites großes Thema stand die Situation der Geburtshilfe-Versorgung im Landkreis selbst im Fokus. Alle Beteiligten waren sich einig: Es braucht eine zentrale Koordinierungsstelle / Vernetzung der Hebammen — egal ob freiberuflich, Beleghebammen oder Geburtshaus-Hebammen. Nur so könne gewährleistet werden, dass Frauen im Landkreis verlässliche und gut erreichbare Angebote finden. Ein Netzwerk für Hebammen sei wichtig: Es erleichtert Kommunikation, Einsatzplanung, Notfallversorgung und sorgt für Transparenz — sowohl für Eltern als auch für Hebammen. Bislang haben sich die Hebammen hier auf Eigeninitiative selbst organisiert.
Der Landkreis müsse alle bestehenden Fördermöglichkeiten nutzen, insbesondere aus dem „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ des Freistaats Bayern.
Im Landkreis wird bereits die Förderung für denDefizitausgleich für Geburtshilfeabteilungen kleiner Kliniken in Anspruch genommen.
Ein weiteres Programm sieht die Förderung zur Stärkung der Hebammenversorgung und Wochenbettbetreuung vor. Mit diesen Mitteln können wichtige Projekte finanziert werden, z. B.: Fort- und Weiterbildungen für Hebammen, Schaffung einer Hebammen-Ambulanz, zentrale Koordinierungs- und Vermittlungsstellen, mobile Hebammen-Reserven,Öffentlichkeits- und Werbemaßnahmen zur Hebammen-Personalgewinnung, uvm.
In ihrem Schlusswort appellierten die Hebammen und politisch engagierten Frauen der Frauenunion an die Vertreter im Landratsamt — insbesondere an Frau Marb:
„Kinder sind das Wertvollste unserer Gesellschaft – und ihr guter Start ins Leben beginnt mit einer sicheren Geburt und der einfühlsamen Begleitung durch erfahrene Hebammen, die diesen Anfang erst möglich machen.“
Frau Marb dankte für das offene Gespräch. Sie betonte, der Austausch sei ein wichtiger Anfang — man wolle das Thema weiterverfolgen und konkrete Schritte prüfen. Wichtig ist, immer alle möglichen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und sich für eine strukturierte, wohnortnahe und verlässliche Geburtshilfeversorgung im Landkreis Donau-Ries weiterhineinzusetzen und die Bedingungen für eine erfolgreiche Arbeit der Hebammen zu schaffen. Besonders auch als Mutter von vier Kindern ist für sie dieses Thema eine Herzensangelegenheit. Gerne gebe sie die Informationen und gewonnenen Eindrücke an die Gesundheitsregion plus weiter, damit man in einen konstruktiven Dialog und ins Handelnkommt.
Der Runde Tisch sei ein wichtiger Start. Weitere Gespräche und Planungen sollen folgen — mit dem Ziel, dass werdende Mütter und Familien im Donau-Ries künftig weiterhin flächendeckend gut betreut werden, und Hebammen faire Arbeitsbedingungen sowie unterstützende Strukturen erhalten.
