Frauen Union CSU Wemding zu Gast bei der Zimmerei Hönle
Wemding – Unter dem Titel „Frauen.Wege. Vorbilder“ traf sich die Frauenunion CSU Wemding
bei der Zimmerei Hönle. Im Mittelpunkt stand dabei Stefanie Estner, die eindrucksvoll ihren
beruflichen Werdegang und die Herausforderungen als Frau in einem traditionell männlich
geprägten Handwerksberuf schilderte.
Estner, die im elterlichen Familienbetrieb aufgewachsen ist, blickt auf eine bemerkenswerte
Karriere zurück. Nach ihrer Ausbildung und den ersten Berufsjahren führte sie ihr Weg zunächst in
die Industrie. Bei der renommierten Firma GEDA-Dechentreiter übernahm sie
verantwortungsvolle Aufgaben als Projektleiterin und Führungskraft. Dort sammelte sie wichtige
Erfahrungen in der Planung, Organisation und Mitarbeiterführung, bevor sie in den
Familienbetrieb zurückkehrte.
Heute wird die Zimmerei Hönle von ihrem Bruder geleitet. Stefanie Estner ist jedoch eine
tragende Säule im Unternehmen: Sie verantwortet die Bereiche Projektarbeit, Planung,
Marketing und Vertrieb. In ihren Ausführungen betonte sie, wie sehr sich das Handwerk in den
letzten Jahren verändert hat und dass der Holzbau nicht nur modern und nachhaltig, sondern
auch zukunftsweisend ist. „Holz ist ein Baustoff der Zukunft – energieeffizient, regional verfügbar
und klimaschonend“, so Estner.
Besonders spannend wurde es, als die Diskussion auf die politische Ebene wechselte. Hier
sprach Estner die Herausforderungen beim Wohnungsbau an und verwies auf die Problematik
der KfW-Förderungen, die für viele Bauherren und Betriebe derzeit nur schwer planbar seien. Der
Wohnungsmangel in Bayern, so Estner, könne nur durch innovative Konzepte und eine
verlässliche Förderpolitik entschärft werden.
Die Vorsitzende der Frauen Union, Sandra Eireiner, dankte Estner für die offenen Einblicke in
ihren Arbeitsalltag „Gerade im Handwerk brauchen wir Frauen, die Verantwortung übernehmen
und zeigen, dass Karrierewege vielfältig und erfolgreich sein können“, so Eireiner.
Die stellvertretende Landrätin und frisch nominierte Landratskandidatin Claudia Marb betonte die
Bedeutung solcher Begegnungen: „Wir brauchen starke Frauen in allen Bereichen – in der Politik,
in der Wirtschaft und im Handwerk. Frauen wie Stefanie Estner machen Mut und zeigen, dass
weibliche Führungskompetenz überall gefragt ist.“
Im Anschluss an die Betriebsführung fand eine lebhafte Diskussion statt, bei der die Themen
Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Nachwuchsförderung im Handwerk und die Bedeutung
politischer Rahmenbedingungen im Mittelpunkt standen.
Die Frauen Union Wemding kündigte an, die Veranstaltungsreihe „Frauen Wege. Vorbilder“
fortzuführen, um Frauen aus der Region sichtbar zu machen.
