"Runder Tisch" mit den Hebammen

 

Bei einem kürzlich abgehaltenen „Runden Tisch“ kamen

 

Hebammen aus dem Landkreis, Mitglieder der örtlichen

 

Frauenunion CSU Wemding und Umgebung und die

 

stellvertretende Landrätin und Landratskandidatin

 

Claudia Marb zu einem offenen Austausch zusammen.

 

Anlass war insbesondere die Diskussion um den neuen

 

Hebammenhilfevertrag, der bundesweit zum 1.

 

November 2025 in Kraft trat, sowie die Frage, wie die

 

Geburtshilfe und Hebammenversorgung im Landkreis

 

Donau-Ries nachhaltig gesichert und ob sogar verbessert

 

werden kann.

 

Der neue Hebammenhilfevertrag regelt die Vergütung

 

und Abrechnung von Hebammen in allen Bereichen, egal

 

ob freiberuflich oder als Beleghebamme in der Klinik.

 

Sandra Eireiner begrüßte stellvertretend für die Frauen-

 

Union CSU Wemding alle Damen und dankte für das

 

rege Interesse.

 

In der Runde berichteten im Anschluss sowohl

 

Beleghebammen aus Kliniken als auch freiberufliche

 

Hebammen von massiven Herausforderungen: Die neue

 

Regelung führe zu erheblichem bürokratischem Aufwand

 

und Abrechnungsproblemen.

 

Viele kritisieren, dass durch den Vertrag ihre

 

Arbeitsbedingungen verschlechtert wurden. Der neue

 

Hebammenhilfevertrag führt zu einer abgestuften,

 

teilweise deutlich reduzierten Vergütung, die weder den

 

tatsächlichen Aufwand noch die Verantwortung der

 

Hebammen abbildet. Hebammen müssen jetzt viel mehr

 

dokumentieren und die Abrechnung ist komplizierter

 

geworden.

 

Viele Leistungen lassen sich nur noch mit großem

 

Aufwand oder teilweise gar nicht mehr abrechnen.

 

Beleghebammen in Kliniken können viele Situationen

 

nicht mehr korrekt abrechnen, z. B.: wenn mehrere

 

Frauen gleichzeitig betreut werden müssen, wenn die

 

Geburt länger dauert oder wenn unvorhergesehene

 

Situationen eintreten.

 

Die Kritik: Der neue Vertrag schwäche die Geburtshilfe,

 

statt sie zu stärken.

 

Als zweites großes Thema stand die Situation der

 

Geburtshilfe-Versorgung im Landkreis selbst im Fokus.

 

Alle Beteiligten waren sich einig: Es braucht eine

 

zentrale Koordinierungsstelle / Vernetzung der

 

Hebammen — egal ob freiberuflich, Beleghebammen

 

oder Geburtshaus-Hebammen. Nur so könne

 

gewährleistet werden, dass Frauen im Landkreis

 

verlässliche und gut erreichbare Angebote finden. Ein

 

Netzwerk für Hebammen sei wichtig: Es erleichtert

 

Kommunikation, Einsatzplanung, Notfallversorgung und

 

sorgt für Transparenz — sowohl für Eltern als auch für

 

Hebammen. Bislang haben sich die Hebammen hier auf

 

Eigeninitiative selbst organisiert.

 

Der Landkreis müsse alle bestehenden

 

Fördermöglichkeiten nutzen, insbesondere aus dem

 

„Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ des Freistaats Bayern.

 

Im Landkreis wird bereits die Förderung für

 

denDefizitausgleich für Geburtshilfeabteilungen kleiner

 

Kliniken in Anspruch genommen.

 

Ein weiteres Programm sieht die Förderung zur Stärkung

 

der Hebammenversorgung und Wochenbettbetreuung vor.

 

Mit diesen Mitteln können wichtige Projekte finanziert

 

werden, z. B.: Fort- und Weiterbildungen für Hebammen,

 

Schaffung einer Hebammen-Ambulanz, zentrale

 

Koordinierungs- und Vermittlungsstellen, mobile

 

Hebammen-Reserven,Öffentlichkeits- und

 

Werbemaßnahmen zur Hebammen-Personalgewinnung,

 

uvm.

 

In ihrem Schlusswort appellierten die Hebammen und

 

politisch engagierten Frauen der Frauenunion an die

 

Vertreter im Landratsamt — insbesondere an Frau Marb:

 

„Kinder sind das Wertvollste unserer Gesellschaft – und

 

ihr guter Start ins Leben beginnt mit einer sicheren

 

Geburt und der einfühlsamen Begleitung durch erfahrene

 

Hebammen, die diesen Anfang erst möglich machen.“

 

Frau Marb dankte für das offene Gespräch. Sie betonte,

 

der Austausch sei ein wichtiger Anfang — man wolle das

 

Thema weiterverfolgen und konkrete Schritte prüfen.

 

Wichtig ist, immer alle möglichen Fördermöglichkeiten

 

auszuschöpfen und sich für eine strukturierte,

 

wohnortnahe und verlässliche Geburtshilfeversorgung im

 

Landkreis Donau-Ries weiterhineinzusetzen und die

 

Bedingungen für eine erfolgreiche Arbeit der Hebammen

 

zu schaffen. Besonders auch als Mutter von vier Kindern

 

ist für sie dieses Thema eine Herzensangelegenheit.

 

Gerne gebe sie die Informationen und gewonnenen

 

Eindrücke an die Gesundheitsregion plus weiter, damit

 

man in einen konstruktiven Dialog und ins

 

Handelnkommt.

 

Der Runde Tisch sei ein wichtiger Start. Weitere

 

Gespräche und Planungen sollen folgen — mit dem Ziel,

 

dass werdende Mütter und Familien im Donau-Ries

 

künftig weiterhin flächendeckend gut betreut werden,

 

und Hebammen faire Arbeitsbedingungen sowie

 

unterstützende Strukturen erhalten.