Antrag an den Stadtrat: Sorge um Sicherheit, Respekt und friedliches Miteinander

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Drexler,

lieber Anton,

sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrats,

 

wir wenden uns als FrauenUnion CSU Wemding mit ernsthafter und

zunehmender Sorge an Sie in Bezug auf wiederholte Vorfälle von

Sachbeschädigung und respektlosem Verhalten gegenüber

Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt.

 

Uns ist bekannt geworden, dass die Problematik der wiederholten

Eierwürfe bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der Gewerbeschau

thematisiert wurde und Bürgermeister sowie Stadtrat schon damals

darauf aufmerksam gemacht wurden. Trotz dieser früheren Hinweise

haben sich seitdem weitere Vorfälle ereignet. Dies legt nahe, dass es

sich nicht um ein einmaliges Geschehen handelt, sondern um ein

wiederkehrendes Problem, das einer klaren und strukturierten Reaktion

bedarf.

 

Zum Beispiel könnte die Sicherheitswacht zu angepassten Zeiten, in

den Abend- und Nachstunden verstärkt ausrücken. Aus unserer Sicht

sollte diese Möglichkeit ernsthaft geprüft und aktiv verfolgt werden.

 

Uns ist wichtig, vorweg klarzustellen:

Es geht uns ausdrücklich nicht um eine „Stadtbild-Diskussion“, wie sie

jüngst in bundesweiten Medien geführt wurde. Unser Anliegen ist

vielmehr ein soziales, sicherheitsrelevantes und

zwischenmenschliches: Es geht um Respekt, Schutz des Eigentums,

Sicherheit im öffentlichen Raum und ein gutes, faires Miteinander in

Wemding.

 

Konkret haben sich in den letzten Monaten mehrere Vorfälle ereignet,

die uns und viele Bürgerinnen und Bürger beunruhigen:

 

• In der Nacht auf den 18. Januar 2026 wurden Eier gegen die

Hausfassade einer Familie geworfen, die seit über 60 Jahren in

Wemding lebt, hier arbeitet und gut integriert ist. Der betroffene

Nachbar musste die Reste mühsam entfernen. Ein ähnlicher Vorfall

hat sich bereits zuvor bei einem anderen Anwohner ereignet.

 

• Im Bereich des inneren Stadtgrabens - Kapuzinergrabens und

entlang des oberen Stadtgrabens ist regelmäßig erhebliche

Vermüllung festzustellen, insbesondere mit Glasscherben auf den

Gehwegen, was eine reale Verletzungsgefahr für Fußgänger, Kinder

und Hunde darstellt.

 

• Am Rathaus wurde kürzlich eine Scheibe eingeschlagen.

 

• Auch in der Altstadt kam es zu Sachbeschädigungen an

Schaufenstern von Geschäftsinhabern.

 

Besonders beunruhigend ist für uns nicht nur der materielle Schaden,

sondern die soziale Dimension dieser Taten. Da die betroffenen

Familien einen Migrationshintergrund haben, entsteht unweigerlich

der Eindruck, dass diese Angriffe einen rassistischen Hintergrund

haben könnten.

 

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich festhalten:

 

Rassismus, Ausgrenzung oder Einschüchterung von Menschen

aufgrund ihrer Herkunft dürfen in Wemding keinen Platz haben.

Unsere Stadt lebt von Vielfalt, Zusammenhalt und gegenseitigem

 

Respekt – und das muss auch aktiv geschützt werden.

 

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Stadt Wemding um folgende

Schritte:

 

1. Öffentliche Befassung mit diesem Schreiben in der nächsten

Stadtratssitzung.

Wir bitten ausdrücklich darum, dass dieser Brief im Stadtrat

verlesen und protokolliert wird.

 

2. Einen öffentlichen Aufruf im Amtsbote, in dem Bürgerinnen und

Bürger ermutigt werden, aufmerksam zu sein und Beobachtungen –

auch scheinbar kleine oder unwichtige – an die Stadt oder die

Polizei weiterzugeben.

 

3. Die Prüfung, ob präventive Maßnahmen wie verstärkte Kontrollen,

gezielte Sonderschichten der Polizei, bessere Beleuchtung oder

häufigere Reinigung in den betroffenen Bereichen sinnvoll und

umsetzbar sind.

 

4. Eine klare öffentliche Positionierung der Stadt, dass

Vandalismus, Sachbeschädigung und jede Form von

Diskriminierung nicht toleriert werden.

 

Als FrauenUnion CSU Wemding stehen wir für ein respektvolles,

sicheres und solidarisches Zusammenleben. Wir glauben, dass es

Aufgabe von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft ist, gemeinsam

dafür zu sorgen, dass sich alle Menschen in unserer Stadt –

unabhängig von Herkunft – sicher und willkommen fühlen.

Wir bitten Sie daher eindringlich, dieses Thema ernst zu nehmen

und zeitnah entsprechende Schritte einzuleiten.

 

Gerne stehen wir für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch

 

zur Verfügung.